LRS: Warum mehr üben oft nicht hilft
Impuls der Woche - 19.06.2026
„Wir üben doch jeden Tag.“
Viele Eltern von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten kennen diesen Satz. Es wird gelesen. Es werden Wörter geübt. Diktate werden vorbereitet. Fehler werden verbessert. Und trotzdem scheint der Fortschritt oft deutlich langsamer zu sein als erhofft. Das kann frustrierend sein – für die Kinder genauso wie für ihre Eltern.
Denn wenn sich trotz großer Anstrengung nur wenig verändert, entsteht schnell die Frage:
Warum hilft all das Üben nicht?
Mehr vom Gleichen führt nicht immer weiter. Wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben hat, liegt die Vermutung nahe, dass einfach mehr geübt werden muss. Das klingt logisch. Doch genau hier liegt häufig ein Missverständnis. Denn nicht jede Lese- und Rechtschreibschwäche hat dieselben Ursachen. Hinter den Fehlern können ganz unterschiedliche Stolpersteine stehen. Manche Kinder haben Schwierigkeiten, Laute sicher zu erkennen. Andere können Lautfolgen nicht zuverlässig speichern. Wieder andere verwechseln bestimmte Schreibmuster oder entwickeln keine sichere Rechtschreibstrategie.
Wenn diese Ursachen nicht erkannt werden, übt ein Kind oft immer wieder dieselben Inhalte, ohne die eigentliche Schwierigkeit zu bearbeiten.
Warum Kinder irgendwann die Lust verlieren
Viele betroffene Kinder erleben über Jahre, dass sie sich anstrengen und trotzdem nicht die Ergebnisse erzielen, die sie sich wünschen. Sie üben. Sie verbessern Fehler. Sie schreiben Wörter mehrfach auf. Und trotzdem kommen im nächsten Diktat ähnliche Fehler wieder vor. Mit der Zeit entsteht häufig das Gefühl: "Egal wie viel ich übe, ich kann es einfach nicht." Dabei fehlt oft nicht der Wille. Es fehlt die passende Förderung.
Individuelle Förderung statt pauschalem Üben
Deshalb setzt moderne LRS-Förderung nicht bei der Menge der Übungen an, sondern bei der Frage:
Wo genau liegen die Schwierigkeiten dieses Kindes?
Erst wenn die individuellen Fehlerschwerpunkte erkannt werden, kann gezielt gefördert werden. Genau nach diesem Prinzip arbeitet der Lernserver der Universität Münster. Mithilfe einer differenzierten Analyse werden die individuellen Schwierigkeiten eines Kindes sichtbar gemacht. Auf dieser Grundlage entstehen passgenaue Fördermaterialien, die genau dort ansetzen, wo Unterstützung benötigt wird. Nicht mehr üben, sondern gezielter üben.
Was Eltern tun können
Für viele Eltern ist es zunächst entlastend zu verstehen, dass mangelnder Fortschritt nicht automatisch bedeutet, dass ihr Kind zu wenig übt. Oft ist es hilfreicher, einen Schritt zurückzutreten und die Frage neu zu stellen:
Braucht mein Kind mehr Übungen oder einen anderen Weg?
Denn Kinder mit LRS brauchen häufig keine zusätzliche Portion Druck. Sie brauchen Verständnis, passende Strategien und die Erfahrung, dass Lernen auch wieder gelingen kann.
Professionelle LRS-Förderung in Bornheim
LernZeit Rheinland arbeitet bei der LRS-Förderung mit dem Lernserver der Universität Münster zusammen.
Wir bieten zunächst ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch an. Bei einem begründeten Verdacht auf LRS erfolgt anschließend eine Testung, die gemeinsam mit dem Lernserver ausgewertet wird. Auf Grundlage dieser Analyse wird ein individueller Förderplan erstellt, der genau auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt ist.
Die Förderung findet in Bornheim und Umgebung im Einzelunterricht direkt bei den Familien zu Hause statt. So können Kinder in einer vertrauten Umgebung lernen und Schritt für Schritt mehr Sicherheit beim Lesen und Schreiben gewinnen.
Mehr Informationen finden Sie hier: 👉 LRS-Förderung
🌱 Ein Gedanke zum Schluss
Manchmal liegt die Lösung nicht darin, noch mehr zu tun. Sondern darin, das Richtige zu tun. Und genau dort beginnt individuelle Förderung.
Sie haben den ersten Teil unserer LRS-Reihe verpasst?
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