Vom Ferienmodus zurück in den Schulalltag

Impuls der Woche - 21.08.2026

Wenn sechs Wochen plötzlich vorbei sind

Sechs Wochen Sommerferien fühlen sich am Anfang herrlich lang an. Und dann sind sie plötzlich fast vorbei.

Viele Kinder haben in dieser Zeit einen ganz anderen Rhythmus entwickelt. Morgens lange schlafen, abends später ins Bett gehen, draußen sein, Freunde treffen, Sport machen, kreativ sein, und vor allem selbst entscheiden können, wann was passiert.

Genau das macht Ferien aus.

Nach einem Schuljahr, in dem ein großer Teil des Tages von Stundenplänen, Hausaufgaben und Terminen bestimmt wird, tut diese Freiheit gut. Kindern genauso wie uns Eltern.

Und dann beginnt wieder die Schule.

Der Wecker klingelt früh, der Bus wartet nicht und spätestens zur ersten Stunde soll der Kopf aufnahmefähig sein. Aus einem frei einteilbaren Tag wird innerhalb weniger Tage wieder ein ziemlich eng getakteter Alltag.

Wie gelingt dieser Übergang, ohne dass schon die letzten Ferientage von der Schule bestimmt werden?

Den Rhythmus langsam wieder verändern

Es muss nicht von heute auf morgen gehen. Gerade der Schlafrhythmus lässt sich in den letzten Ferientagen langsam verschieben. Jeden Abend ein wenig früher ins Bett, morgens nicht mehr ganz so lange schlafen. So kann sich der Körper wieder daran gewöhnen, dass der Tag früher beginnt.

Das klingt banal, macht aber einen großen Unterschied. Ein ausgeschlafenes Kind kann sich besser konzentrieren, ist belastbarer und findet leichter in einen neuen Tagesrhythmus.

Und trotzdem darf der Ferienmodus noch ein bisschen bleiben.

Warum nicht morgens früher aufstehen und danach trotzdem noch einmal ausgiebig frühstücken? Warum nicht den Nachmittag draußen verbringen, obwohl der Schulranzen schon gepackt ist? Der Übergang darf ein Übergang sein.

Nicht alles in den Ferien zurücklassen

Vielleicht ist das sogar der spannendere Gedanke. In den Ferien haben viele Kinder Dinge getan, für die während der Schulzeit wenig Raum bleibt. Sie waren draußen. Haben Sport gemacht. Gebaut, gemalt, gelesen oder einfach mit Freunden herumgehangen. Sie hatten Langeweile und mussten selbst überlegen, was sie mit ihrer Zeit anfangen.

Das ist nicht die Pause vom Lernen. Auch das ist Lernen.

Und vielleicht müssen wir mit Schulbeginn gar nicht alles davon wieder verabschieden. Ein Nachmittag ohne durchgetaktetes Programm. Zeit draußen. Sport. Musik. Kreativität. Oder auch einfach einmal nichts vorhaben.

Kinder brauchen diese Räume nicht nur in den Ferien.

Wieder Struktur finden – ohne sofort Druck aufzubauen

Die ersten Schultage müssen noch nicht perfekt funktionieren. Hefte fehlen. Stundenpläne ändern sich. Neue Lehrerinnen und Lehrer kommen dazu, vielleicht auch neue Fächer. Manche Kinder freuen sich darauf, andere würden die Ferien liebend gerne verlängern.

Beides darf sein.

Eltern können in dieser Phase vor allem dabei helfen, wieder Orientierung in den Alltag zu bringen. Gemeinsam den Stundenplan anschauen, den Arbeitsplatz sortieren, Materialien vorbereiten und überlegen, wann Hausaufgaben und Lernen künftig gut in den Tag passen. Nicht alles muss schon am ersten Tag geregelt sein. Vieles findet sich erst wieder.

Und wie sieht es mit Lernen aus?

Auch hier würde ich nicht sofort mit einem großen Lernprogramm starten. Nach sechs Wochen Ferien müssen Konzentration und Arbeitsrhythmus manchmal erst wiederkommen. Das ist normal.

Wenn sich in den ersten Wochen allerdings zeigt, dass Grundlagen aus dem vergangenen Schuljahr fehlen oder ein Kind in einem Fach sehr unsicher startet, lohnt es sich, früh hinzuschauen. Nicht erst dann, wenn die erste schlechte Klassenarbeit geschrieben wurde. Manchmal reichen wenige gezielte Wiederholungen. Manchmal ist eine kontinuierliche Unterstützung sinnvoll. Entscheidend ist, gemeinsam herauszufinden, was das eigene Kind tatsächlich braucht.

🌱 Ein Gedanke zum Schluss

Vielleicht geht es beim Schulstart gar nicht darum, den Ferienmodus möglichst schnell abzuschalten.

Vielleicht können wir etwas davon mitnehmen.

  • Ein bisschen mehr Zeit draußen.
  • Ein bisschen mehr Bewegung.
  • Ein bisschen mehr freie Gestaltung des Tages.

Und gleichzeitig Schritt für Schritt wieder den Rhythmus finden, den Schule nun einmal verlangt.

Denn ein guter Start ins neue Schuljahr muss nicht perfekt sein. Er darf sich entwickeln.

 

 

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