Die richtige Nachhilfelehrkraft finden: Warum Vertrauen entscheidend ist

Impuls der Woche - 18.09.2026

„Eigentlich ist die Lehrkraft wirklich gut …“

Diesen Satz hören wir in Gesprächen mit Eltern hin und wieder. Die Nachhilfelehrkraft kennt sich fachlich aus. Sie ist zuverlässig, erklärt den Stoff und bereitet den Unterricht gewissenhaft vor.

Und trotzdem funktioniert es irgendwie nicht.

Das Kind geht nur widerwillig zur Nachhilfe. Es stellt kaum Fragen. Die Fortschritte bleiben überschaubar. Vielleicht fällt irgendwann sogar der Satz: „Ich möchte da nicht mehr hin.“ Für Eltern ist das nicht immer leicht einzuordnen. Schließlich soll Nachhilfe helfen und eine fachlich gute Lehrkraft müsste doch eigentlich genau das können.

Aber Lernen ist eben nicht nur Wissensvermittlung.

Lernen ist auch Beziehung.

Eine gute Nachhilfelehrkraft muss mehr können als Mathematik

Natürlich braucht eine Nachhilfelehrkraft fachliche Kompetenz. Wer Mathematik erklärt, muss Mathematik beherrschen. Wer bei Englisch oder Deutsch unterstützt, braucht Sicherheit in seinem Fach.

Aber zwischen etwas selbst können und es einem anderen Menschen verständlich erklären können liegt ein großer Unterschied. Eine gute Nachhilfelehrkraft muss zuhören können.

Sie muss erkennen, wann ein Kind etwas wirklich verstanden hat und wann es nur nickt, weil es sich nicht traut, noch einmal nachzufragen.

Sie braucht Geduld, wenn ein Lösungsweg zum dritten Mal erklärt werden muss. Und manchmal braucht sie die Fähigkeit, einen völlig anderen Weg zu finden, weil der erste einfach nicht zum Kind passt.

„Das habe ich nicht verstanden.“

Eigentlich ein ganz einfacher Satz. Für manche Schülerinnen und Schüler ist er trotzdem erstaunlich schwer auszusprechen.

Gerade Kinder, die in einem Fach schon länger Schwierigkeiten haben, haben häufig erlebt, dass andere schneller sind. Vielleicht wurde im Unterricht etwas erklärt und scheinbar alle anderen hatten es verstanden. Also fragt man irgendwann lieber nicht mehr.

Genau deshalb ist Vertrauen in der Nachhilfe so wichtig.

Ein Kind sollte dort sagen dürfen: „Ich verstehe überhaupt nicht, was du meinst.“

Ohne Angst, bewertet zu werden. Ohne das Gefühl, die Frage hätte längst verstanden werden müssen. Und auch ohne den Eindruck, jemanden zu enttäuschen.

Erst wenn dieser Raum entsteht, können wir wirklich herausfinden, wo das eigentliche Verständnisproblem liegt.

Die Chemie muss stimmen

Wir Erwachsenen kennen das aus unserem eigenen Leben. Mit manchen Menschen können wir sofort gut zusammenarbeiten. Bei anderen bleibt eine gewisse Distanz, obwohl wir gar nicht genau erklären können, warum.

Kindern und Jugendlichen geht es nicht anders. Manche brauchen eine ruhige, geduldige Lehrkraft. Andere profitieren von jemandem, der sie fordert und sehr klare Strukturen vorgibt. Wieder andere brauchen Humor oder einen Menschen, der ihnen zunächst einmal ein Stück Selbstvertrauen zurückgibt.

Deshalb gibt es aus unserer Sicht nicht die eine perfekte Nachhilfelehrkraft. Es gibt vor allem eine Lehrkraft, die zu diesem Kind passt.

Woran Eltern merken können, dass es passt

Die beste Rückmeldung liefert häufig das Kind selbst. Dabei muss es nach der Nachhilfestunde nicht begeistert erzählen, wie großartig Mathematik plötzlich ist. Viel interessanter sind kleine Veränderungen. „Jetzt habe ich verstanden, warum man das so rechnet.“ Oder: „Heute war es gar nicht so schwer.“

Vielleicht werden Hausaufgaben selbstständiger erledigt. Vielleicht traut sich das Kind im Unterricht wieder häufiger, sich zu melden. Oder die Anspannung vor einer Klassenarbeit wird langsam geringer.

Das sind kleine Signale. Aber sie zeigen, dass etwas in Bewegung kommt.

Und wenn es trotzdem nicht funktioniert?

Dann darf man darüber sprechen. Manchmal geben sich beide Seiten große Mühe und trotzdem entsteht keine gute Lernbeziehung. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Lehrkraft schlecht ist. Und es bedeutet genauso wenig, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt.

Manchmal passen zwei Menschen einfach nicht gut zusammen.

Gerade in der Nachhilfe sollte man deshalb einen Lehrerwechsel nicht als Scheitern betrachten. Im Gegenteil. Wenn über mehrere Wochen trotz regelmäßiger Förderung kein Vertrauen entsteht, das Kind dauerhaft ungern zur Nachhilfe geht oder die Art der Erklärung nicht zum Lernstil passt, kann ein Wechsel genau der richtige Schritt sein.

Eine andere Lehrkraft bringt möglicherweise einen anderen Zugang, eine andere Sprache und eine andere Energie mit. Und plötzlich funktioniert etwas, das vorher schwierig war.

Deshalb ist eine Probestunde so wertvoll

Zeugnisse und Qualifikationen können viel über eine Lehrkraft aussagen. Ob zwei Menschen miteinander lernen können, steht dort allerdings nicht. Deshalb ist uns bei LernZeit Rheinland die unverbindliche Probestunde wichtig.

Das Kind und die Lehrkraft können sich kennenlernen. Die Lehrkraft bekommt einen ersten Eindruck vom fachlichen Stand, und das Kind kann erleben, wie sich die Zusammenarbeit anfühlt.

Danach interessiert uns nicht nur:„Hat die Lehrkraft das Fach gut erklärt?“

Sondern auch:„Hast du dich wohlgefühlt?“

Denn beides gehört zusammen.

Gute Nachhilfe macht sich irgendwann ein Stück weit überflüssig

Vielleicht ist das sogar eines der wichtigsten Ziele einer guten Lernbeziehung. Eine Nachhilfelehrkraft sollte einem Kind nicht dauerhaft das Denken abnehmen. Sie sollte ihm helfen, wieder selbst denken zu können.

Strategien entwickeln. Zusammenhänge verstehen. Fragen stellen. Fehler erkennen. Und zunehmend darauf vertrauen, Aufgaben auch ohne Unterstützung lösen zu können.

Aus: „Das kann ich nicht.“ wird vielleicht zunächst: „Zeig mir noch einmal, wie das geht.“

Und irgendwann: „Warte, ich probiere es erst einmal selbst.“

Genau dort beginnt für uns erfolgreiche Nachhilfe.

🌱 Ein Gedanke zum Schluss

Bei der Suche nach einer Nachhilfelehrkraft dürfen Eltern deshalb durchaus auf Qualifikation, Erfahrung und Fachkenntnisse achten.

Aber vielleicht sollten wir genauso aufmerksam auf etwas schauen, das sich viel schwerer in einem Lebenslauf abbilden lässt:

Entsteht Vertrauen? Fühlt sich mein Kind ernst genommen? Traut es sich, Fehler zu machen? Kann es sagen, wenn es etwas nicht versteht? Und fühlt es sich nach der Stunde vielleicht ein kleines bisschen sicherer als vorher?

Denn manchmal ist nicht die Lehrkraft mit dem größten Fachwissen die richtige. Sondern der Mensch, bei dem ein Kind wieder den Mut bekommt, selbst zu lernen.

 

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